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Drachenflug

Nutze die Kraft des Windes! Schnappe dir dafür an einem windigen Tag deine Rollschuhe und eine lange, sehr große Jacke. Fahre mit deinen Rollschuhen zu einem autofreien Weg. Zieh die große Jacke über deine andere. Stell dich so zum Wind, dass er dir in den Rücken bläst. Nimm die beiden unteren Zipfel der Jacke in die Hände und breite deine Arme zu Flügeln aus. Toll, wie schnell man werden kann, ohne die Beine zu bewegen.

Der Herbst ist da. Der Wind bringt nicht nur die bunten Blätter, sondern auch deinen Drachen zum Fliegen. Du stellst dich in den Wind, ein Helfer hält den Drachen fest und lässt ihn auf dein Zeichen los. Du rennst ein wenig und schon schwebt er am Himmel. Warum steigt so ein Drachen eigentlich in die Luft? Und was passiert, wenn dir die Schnur aus der Hand rutscht? Stürzt der Drachen dann sofort runter, oder fliegt er einfach immer höher? Antworten auf diese Fragen findest du im heutigen Technik-Wissen.


Nimm ein Blatt Papier und halte es in den Wind. Was passiert dann? Es fliegt weg, wenn du es loslässt. Dein Drachen wird dir auch wegfliegen, wenn du die Schnur nicht festmachst. Durch die Kraft, die du benötigst, die Schnur festzuhalten, kann sich an der Unterseite des Drachens (das ist die Seite, die du siehst) ein Luftpolster bilden. Dieses Luftpolster trägt deinen Drachen auf dem Wind. Das allein reicht aber nicht aus, um den Drachen steigen zu lassen. Hier kommt noch ein weiterer Effekt ins Spiel.


Für die Luft sind Unter- und Oberseite des Drachens unterschiedlich lang – die Unterseite ist die kürzere von beiden. An dieser strömt aber viel mehr Luft vorbei als an der Oberseite. Dieses Verhältnis ist so ungleich, dass an der Unterseite mehr Druck auf den Drachen wirkt – ein sogenannter Überdruck baut sich auf (viel Luft an der kurzen Seite). An der Oberseite ist es umgekehrt, denn hier baut sich ein sogenannter Unterdruck auf (wenig Luft an der langen Seite).

Warum steigt der Drachen nicht immer höher?

Das liegt an der Schwerkraft. Das Gewicht des Drachens und das der Schnur sind zusammen irgendwann genauso groß wie die Über- und Unterdruckkräfte am Drachen. Es entsteht ein Gleichgewicht, das den Drachen ganz stabil in der Luft hält. Wenn du die Schnur jetzt loslässt, verhält sich der Drachen genau so wie das Blatt Papier. Der Wind wird ihn einfach nur noch wegwehen, er fängt an zu trudeln und fällt schließlich herunter.


Das Prinzip des Über- und Unterdrucks findest du zum Beispiel am Flügel eines Flugzeugs, an den Rotorblättern eines Hubschraubers und an den Flügeln eines Windrads. Luftfahrzeuge können sich dadurch in die Luft erheben und Windräder drehen sich und erzeugen Strom.