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Es werde Licht!

Früher, lange vor unserer Zeit, hatten die Menschen noch keine Möglichkeit, künstliche Helligkeit zu schaffen. Sonne und Mond waren die einzigen Lichtquellen. Vor rund 700.000 Jahren geschah jedoch etwas, das
die Welt für immer verändern sollte. Bei einem furchtbaren Gewitter schlug ein Blitz in einen Baum ein und dieser fing sofort Feuer. Die Menschen hatten damals schreckliche Angst. So etwas hatten sie noch nie gesehen.
Einer von ihnen war aber mutiger als die anderen. Er hob einen brennenden Ast auf und nahm ihn mit zu seiner Sippe.

Das Feuer eröffnete ihnen viele neue Möglichkeiten: Sie konnten damit nicht nur Raubtiere abwehren und Fleisch braten, unabhängig von Sonne und Mond ließen sich mit der tragbaren Lichtquelle endlich auch dunkle Höhlen erforschen. Dort errichteten sie ihre Lager, gruben tiefe Stollen und buddelten Salze und Metalle aus der Erde.


Das Feuer bedeutete für den Menschen einen enormen Fortschritt. Jahrtausende lang war es die einzige Möglichkeit, künstlich Licht und Wärme zu erzeugen. Nach und nach verbesserte sich auch die Technik, statt Holz wurde lieber Öl oder Wachs verbrannt und kleine handliche Lampen erhellten die Häuser. Das Risiko war jedoch enorm: Immer wieder gingen durch das offene Feuer Häuser oder sogar ganze Städte in Flammen auf.

Eine zündende Idee

Lange suchten die Menschen nach einer ungefährlicheren Art Feuer zu machen. Doch erst um das Jahr 1820 hatten sie die zündende Idee, elektrischen Strom zu nutzen. Einige Forscher experimentierten bereits damit und wussten, dass Strom einen Metallfaden zum Glühen bringen kann. Sie leiteten also starken Strom durch sehr dünnen Draht und umgaben den Draht mit einer luftleeren Glasglocke, damit dieser nicht durchbrannte. Das Ergebnis war die Glühlampe, das erste Licht ohne Flamme. Doch es dauerte noch bis 1900, bevor die Glühlampe für Licht in den Häusern sorgte. Erst dann wurde das Stromnetz ausgebaut. Damit begann der Siegeszug der Glühlampe und er sollte 100 Jahre andauern.

Gibt es bald strahlende Folien?

Doch die Herstellung von Strom ist nicht nur teuer, sondern belastet auch die Umwelt. Glühbirnen verbrauchen sehr viel Strom, aber der größte Teil wird nicht in Licht, sondern in Wärme umgewandelt. Deswegen werden brennende Glühlampen so heiß. Die Alternative zur Glühbirne heißt Leuchtstofflampe. In ihrem Inneren befindet sich kein Draht, sondern ein Gas, das unter Strom zu leuchten beginnt. So erzeugt sie viel Licht,aber nur sehr wenig Wärme. Als Röhre hängt die Leuchtstofflampe schon lange in Büros oder Kaufhäusern. Als Energiesparlampe in kompakter Form hat sie sich auch in den Haushalten.

Nun ist Forschung schon wieder einen Schritt weiter: Leuchtdioden, auch LED genannt, enthalten im Inneren einen winzigen Kristall, der genauso sparsam wie eine Leuchtstofflampe, aber viel stabiler und schneller einschaltbar ist. Schon länger werden LEDs als rote Kontrolllämpchen an elektrischen Geräten verwendet. Mittlerweile kommen sie überall und in allen Farben zum Einsatz, etwa in Taschenlampen oder Verkehrsampeln. Bald schon sollen organische Leuchtdioden sogar so platt und biegsam sein wie gewöhnliche Folie und dabei erstrahlen wie ein Bildschirm. Sie sind das Licht der Zukunft.